Mittwoch, November 22, 2006

Kino 1985: Otto - Der Film

Otto - Der Film - Irgendein Verzehrkino in Herford - Nachmiitagsvorstellung (08.08.1985) In meinem letzten Post hatte ich ein kleines Filmzitat eingebaut, dass ihr dem passenden deutschen Filmklassiker zuordnen solltet. Es war natürlich aus dem grandiosen "Otto - Der Film" und wie der Zufall es so will hat jemand auf YouTube ein paar Clips aus dem Streifen zusammengestellt und genau dieses Zitat an den Anfang gestellt, so dass ihr es euch hier anschauen könnt. Cool, was? Ich bin damals für den Film extra durch halb Ostwestfalen getrampt (von Espelkamp nach Herford, wo es in einem netten Verzehrkino in der Elisabethstrasse lief - den Namen des Kinos habe ich vergessen). Das war der 8. August 1985. Damals war ich elf und mit meinem Bruder Jörg unterwegs, der seinen 20ten Geburtstag feierte. Es gibt kaum einen Film aus dem ich öfter zitiere. So ziemlich der erfolgreichste deutsche Nachkriegsfilm aller Zeiten (und nicht diese langweilige Indianer-Klamotte, wie immer behauptet wird) und das zu recht. Selten sieht man im deutschen Film das komödiantische Timing, die filmische Komposition, die Dialoge, die Liebe und das Drama so auf den Punkt präsentiert. Ich mach hier keine Scherze, ihr Ignoranten! Deutschland braucht moderne Filmklassiker

Montag, November 20, 2006

Theater 2006: #4 Aida

Aida - Theater des Westens - 18:30 (Mittwoch, der 15. 11. 06) Es geht hier nicht um die Oper Aida, sondern um das Broadway- Musical von Elton John und Tim Rice (in der grausigen deutschen Übersetzung von Michael Kunze). Gut, Musical und Theater ist nicht ganz das selbe, aber bei beiden Veranstaltungsarten gibt es eine Bühne und Leuten wird was vorgespielt. Außerdem: Soll ich jetzt etwa eine eigene Kategorie für Musicals aufmachen? Also, ich war seit mindestes sieben Jahren nicht mehr im Musical (das letzte war wahrscheinlich Robert Wilson's Time Rocker). Und wie Ihr vielleicht wisst, liebe ich Musicals. Ich kann mir nur sooo selten leisten eins anzuschauen. Und so habe ich mich sehr gefreut, als mir irgendein Hansel vor den Türen des Theater des Westens eine Karte zum halbe Preis verkaufte. Endlich mal wieder Musical! Yay! Doch dann begann das Stück und es war leider nicht zu vergleichen mit den spaßigen Musicalerlebnissen der Vergangenheit. Ganz im Gegenteil: Aida war scheisse! Eine Riesenscheisse war das! (wer weiß welchen deutschen Filmklassiker ich gerade zitiert habe?). Elton John's Kompositionen waren uninspiriert, die Dialoge einschläfernd, die Inszenierung dämlich, die Darsteller konnten nicht schauspielen (einige auch nicht singen - Ausnahme war Aida selbst), teilweise "beherrschten" sie nur phonetisches Deutsch, das Bühnenbild war läppisch und die Choreographien stinkend langweilig. Das war Musical zum abgewöhnen. Und jetzt sitze ich traurig da und warte auf ein echtes, wahres Musicalerlebnis. Hoffentlich dauert es nicht wieder sieben Jahre. Deutschland braucht Der Mann mit dem breiten Becken.

Freitag, November 17, 2006

Best of Kino 2006: Children of Men

Children of Men - Cine Star Sony 3 - 22:45 (Donnerstag, den 9.11.2006) Lang, lang ist's her seitdem ich hier den letzten Kinobesuch besprochen habe, aber manchmal ist ein Film so bemerkenswert, dass ich darauf dringend hinweisen möchte. Children of Men, das neuste Werk von Alfonso Cuarón, ist zum Beispiel einer der besten Filme dieses Jahres. Cuarón hat mit Filmen wie Great Expectations, Y tu mamá también und dem einzig wirklich sehenswerten Harry Potter-Streifen (...and the Prisoner of Azkaban) bereits nachhaltig bewiesen, dass er zu den fähigsten Regisseuren unserer Zeit gehört. Das dystopische Children über eine nahe, postapokalyptische Zukunft, in der keine Kinder mehr geboren werden, ist intelligent geschrieben, fantastisch besetzt und unglaublich in Szene gesetzt . Es hat einige der fantastischsten Kamerasequenzen, die in den letzten Jahren zu sehen war. Im Gegensatz zu Spielbergs dämlich-hysterischen War of the Worlds, schafft Cuarón es, die aktuellen Bilder, Krisen und Ängste der Welt auf clevere Weise in den düsteren Bilderteppich einzuweben. Und trotz einer finsteren Grundstimmung existiert sogar Hoffnung und wohl dosierter Humor im Cuarónschen Universum. Dringend ansehen. Deutschland braucht mehr Nachwuchs.