Mittwoch, Januar 03, 2007

Kino 2007 - 2. Film: The Wind That Shakes The Barley

The Wind That Shakes The Barley - Babylon A - 20:00 - Dienstag den 02.01.07 Manchmal gehen Kinobesuche reichlich daneben. In diesem Fall zum Beispiel überrede ich einen Haufen reizender junger Damen (vier an der Zahl) in einen Film zu gehen, der im letzten Jahr die Goldene Palme von Cannes gewonnen hat, gedreht von Ken Loach, dem Altmeister des politischen Films, mit Cillian Murphy (auf den reizende junge Damen oftmals stehen). Was kann also schiefgehen? Nun, nach etwa einer halben Stunden mörderischer Gefechte zwischen Engländern und Iren und einer unappetitlichen Folterszene mirt herausgerissenen Fingernägeln beschliessen meine gute alte Co-Autorin Freya und ihre liebliche Cousine Lisa, den Film zu verlassen, weil sie es einfach unerträglich finden. Ups! Zurück blieb ich mit Freyas cooler Tochter Bibi und Freyas niedlicher Schwester Julie. Letztere hätte sich ebenso gern aus dem Staub gemacht, hatte aber irgendwie den Anschluß an die erste Flüchtlingsgruppe aus dem Kino verloren und krümmte sich nun gequält im Kinosessel bis die etwa 124 Minuten des düster-kargen Bürgerkriegsdramas verstrichen waren. Und das, wo sie noch vorher verkündet hatte "Wehe, der Film ist schlecht..." und eigentlich fürs Examen lernen sollte. Ähm, falls Du das hier jemals lesen solltest, Julie, es tut mir wirklich leid. Wie kann ich nur wieder gut machen, dass ich in diesen Julie-unkompatiblen Film geschleppt habe? Please let me know. Die große Überraschung des Abends war allerdings der cineastische Nachwuchs, denn Bibi, der fantabulöse Teenager, hatte zwar weder besonders Lust auf den Film, noch fand sie ihn wahnwitzig unterhaltsam, ABER aus cineastische Prinzipien befand sie, dass man auf jeden Fall den Film zu Ende sehen muss und hatte danach einige interessante Observationen darüber zu machen. Sehr vorbildlich (und tapfer). So wünscht man sich den Nachwuchs. Sie hat dann von mir auch gleich einen provisorischen Cineastenausweis verliehen bekommen. Aber wir hätten wahrscheinlich trotzdem lieber die potenziell dämliche Ben Stiller/FX-Klamotte Night At The Museum gucken sollen (demnächst auf diesem Blog). Wär wohl der vergnüglichere Abend geworden. Ach so, und wie fand ich den Film nun selber? Nicht schlecht. Die goldene Palme hätte er von mir nicht erhalten, dafür war er ein wenig zu trocken und wechselte zu oft zwischen politisierender Geschichtsstunde und sich abnutzenden Feuergefechten. Aber es gab einige recht interessante Fakten, bewegende Szenen und gute Schauspieler. Ihr könnt euch ja mal den Trailer reinziehen und dann selbst entscheiden, ob der Film etwas für euch sein könnte. Ich werde allerdings auf keinen Fall noch irgendjemand in diesen Film schicken. Man will ja seine Freunde und Blog-Leser nicht verlieren. Deutschland braucht junge Cineastinnen.

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